Jugendkletterlager Fontainebleau 2026

Jugendkletterlager Fontainebleau 2026

So wie es aussieht, zieht uns alle vier Jahre der magische Reiz der genialen Sandstein-Boulderblöcke ins ferne Fontainebleau. Nach 2018 und 2022 war es heuer wieder so weit. 

Mit 13 Personen, darunter sechs Jugendliche, schlugen wir für zwei Wochen am Campingplatz in Samoreau unser Lager auf.

Kapitel 1 – Organisationsdramen

Puh, die Organisation war heuer eine echte Herausforderung. Privat keinen Bus mehr, Vereinsbus kaputt und abgeschafft, Leihbus und passende Dachträger organisieren, Last-Minute-Überraschungen wie eine kaputte Vereins-Dachbox (ging nicht mehr auf), zu wenig freie Plätze, zu wenig Fahrer mit Führerschein – und dann als Hiobsbotschaft zwei (!) schwere Waldbrände in den Kerngebieten von Fontainebleau Mitte Juli und infolgedessen rund 90 % der Gebiete gesperrt ...

Go/No-Go? Wir entscheiden uns trotzdem zu fahren, da es in Bleau unzählige Boulder gibt und wir uns notfalls auch mehrere Tage in einem einzigen großen Gebiet vergnügen können. Dazu kommt die normal-wahnsinnige Lagerlogistik: 1.300 km Anfahrt, acht sperrige Crashpads ... Aber letztlich hat alles geklappt.

Kapitel 2 – Die Hinfahrt

Am Samstag dann endlich Abfahrt: 8:00 Uhr in Perchtoldsdorf. Alle helfen mit, den Tetris-Endgegner beim Packen des Busses zu besiegen – mit Erfolg! Danke an alle Eltern, die geholfen haben.

In letzter Minute eine gute Nachricht: Der großartige DAV Heilbronn bietet uns an, bei Hin- und Rückfahrt gratis in seinem tollen Kletterzentrum zu übernachten! Damit ersparen wir uns zweimal das mühsame Auf- und Abbauen der Zelte. Vielen Dank an den DAV Heilbronn für das große Vertrauen und die Großzügigkeit! 

Es geht los, 650 km stehen auf dem Programm. Theresa und Klemens wechseln sich beim Fahren ab. Die Fahrt verläuft reibungslos. Schon um 16:30 Uhr sind wir in Heilbronn und machen die Kletterhalle unsicher. Nach Pizza und dem Ausprobieren der Speed-Kletterwand sucht sich jeder ein möglichst kühles und leises Plätzchen zum Schlafen – was nicht ganz leicht war: Es hatte 37 °C. 

Dazwischen noch einmal große Anspannung: Aufgrund der Trockenheit wurden weitere fünf Bouldergebiete gesperrt, sodass nur noch drei offene übrig blieben!

Am nächsten Tag geht es weiter nach Fontainebleau, ebenfalls ohne jegliche Probleme. Gegen 16 Uhr erwartet uns Campingwart David bereits freundlich, und es geht ans Zeltaufstellen. Immer wieder schön zu sehen, dass alle bereits genau wissen, was zu tun ist, und praktisch alles selbstständig und automatisch läuft.

Kapitel 3 – Les Blocs

Lang ersehnt geht es zum ersten Bouldertag. Kaum angekommen und die ersten Blöcke geklettert, macht sich die große Freude breit, und man weiß wieder, warum man sich die ganze Organisation angetan hat – einfach herrlich! 

In Fontainebleau liegen Zehntausende wundersam geformte Sandsteinblöcke im Wald herum. In allen denkbaren Formen und Strukturen warten sie darauf, beklettert zu werden. Kein Wunder, dass Bleau als Wiege des Boulderns gilt. Bereits seit über hundert Jahren wird dort geklettert.

Bouldern ist das seilfreie Klettern in Absprunghöhe. Gesichert wird mit „Crashpads“, kleinen tragbaren Matten, die an neuralgische Stellen gelegt werden. Zusätzlich wird „gespottet“: Eine oder mehrere Personen stellen sicher, dass der Kletternde bei einem Sturz möglichst sicher auf der Matte landet.

Eine Besonderheit in Bleau sind die „Circuits“. Es gibt dort so viele Blöcke, dass ganze Parcours in verschiedenen Schwierigkeitsgraden angelegt wurden. Fein säuberlich sind die einzelnen Boulder farbig markiert. Von leicht nach schwer: gelb, orange, blau, rot und schwarz. Und, wie uns schon bekannt war: Die Bewertungen sind beinhart! Schafft man bei uns in der Boulderbar eine 6b, kann man in Bleau schon einmal an einer 3c verzweifeln und sich fragen, ob man im falschen Film ist.

Trotz der vielen Sperren hatten wir großes Glück und fanden genug offene Gebiete, um praktisch jeden geplanten Klettertag nutzen zu können. Unter anderem waren wir in Petit Bois, Beauvais-Nainville, Buthiers, Saint-Germain und Mont Ussy unterwegs. So konnten wir doch eine erstaunlich große Bandbreite von Bleau kennenlernen – von einfachen gelben und orangenen Circuits bis zu knackigeren blauen und roten Problemen.

Am zweiten Montag sind Ninon und Jona nachgekommen, um noch ein paar Tage mit uns zu bouldern.

Kapitel 4 – Die Pausentage

Alle zwei bis drei Tage erinnert die fehlende Haut auf den Fingerkuppen dringend daran, dass wieder ein Pausentag fällig ist. Wir haben besucht:

  • Moret-sur-Loing, eine süße kleine mittelalterliche Stadt
  • das Schloss Fontainebleau
  • Paris

Kapitel 5 – Die Heimreise und Danksagung

Abgesehen davon, dass es am letzten Tag geregnet hat und wir alles nass einpacken mussten, hat die Heimreise sehr gut funktioniert, und wir durften noch einmal in Heilbronn übernachten. Nach zwei Wochen sind wir am Sonntag wieder gut in Wien angekommen.

Großen Dank an:

  • alle Teilnehmer und Eltern, die mitgeholfen haben, insbesondere Vali und Emil, die am Montag noch die Autos geputzt haben
  • alle Jugendteam-Mitarbeiter, die beteiligt waren, besonders Theresa
  • die Vereins- und Jugendteamleitung für die (finanzielle) Unterstützung
  • den DAV Heilbronn: https://www.dav-heilbronn.de/
  • Herrn Florian Reisenhofer für den Leihbus und das großzügige Entgegenkommen: https://neunsitzer.at/

Mit dabei: Aaron, Emil, Ferdi, Jona, Konsti, Lina, Michi, Ninon, Vali

Team: Theresa, Elisa und Klemens

Bilder: Elisa, Klemens, Lina, Ninon 

Text: Klemens