Klettersteigwoche 23.-30. August 2026 Ramsau am Dachstein

Klettersteigwoche 23.-30. August 2026 Ramsau am Dachstein

Nach der Anreise am Sonntag vormittags trafen sich die Teilnehmer:innen zu einem gemeinsamen Mittagessen.

Anschließend ging es – zur Einstimmung – zum Klettergarten Sattelberg. Dort gibt es mehrere kurze Klettersteige mit unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad – ideal zur Standortbestimmung, nicht alle Teilnehmer:innen hatten heuer schon die Gelegenheit, einen Klettersteig zu gehen. Wir begannen mit Kala (B/C), um unterwegs auf Kalo (C/D) zu wechseln. Einige Stellen waren recht anstrengend, aber es war immer nur ein schwieriger Zug, ein kurzes Stück im hohen Schwierigkeitsgrad, sodass wir die 150 Höhenmeter im Steig alle gut bewältigten. Der Ausstieg im Wald zum Weg am Grat war eine Herausforderung für sich (steil, teilweise rutschig), aber auch diese Heraus­forderung bewältigten wir.

Für den Abstieg wählten wir – statt eines langen Weges durch den Wald – wieder einen Klettersteig: Kali (B). Auch hier war der Zustieg von oben (durch steiles Waldgelände) mindestens so herausfordernd wie der Klettersteig selbst.

Nach knapp zwei Stunden waren wir zurück beim Parkplatz. Alle hatten wieder ihren Klettersteig-Rhythmus gefunden und freuten sich auf die kommenden Tage.

Am Montag fuhren wir Richtung Gröbming zum Stoderzinken. Über die Alpenstraße ging es auf 1750 Meter. Vom Parkplatz mussten wir zum Einstieg des Hilde-Klettersteiges ein kleines Stück absteigen. Der Steig selbst beginnt mit B/C, dann geht es gemütlich dahin, ehe eine erste Steilwand (C) auf uns wartete. Zwischendurch gab es die Möglichkeit zu einer kurzen Rast auf einer Stufe in der Wand, ehe wir die nächste Wand (C/D) in Angriff nahmen. Hier war Technik gefragt (Umhängen mit einer Hand, teilweise auf Reibung klettern), aber es gab viele schöne Tritte im Fels. Danach ging es einfacher weiter, eine letzte B/C-Stelle, ehe wir – nach 330 Hm im Steig - den Ausstieg und damit den Gipfelweg erreichten. Nach einem Abstecher zum Gipfel des Stoderzinken (2048 m) und einer Gipfelrast ging es am Kamm entlang zurück zum Parkplatz.

Für Dienstag war Regen angesagt – deshalb gab es statt einem Klettersteig eine Wanderung direkt von unserem Quartier über den Jungfernsteig (sehenswerte Felstürme – angeblich versteinerte Jungfrauen ????) Richtung Edelgrieß. Das war uns dann aber doch zu weit, also stiegen wir über die Burgleiten zur Austriahütte ab und gingen von dort über Forststraßen zurück zu unserem Quartier.

Am Mittwoch ging es in die Silberkarklamm östlich von Ramsau. Dort warten – neben einem sehenswerten Wanderweg durch die Klamm – insgesamt drei Klettersteige auf die Besucher. Zwei Teilnehmer waren ehrgeizig und erkletterten alle drei. Wir waren mit zwei Steigen zufrieden: „Hias“ führt seitlich an einer der Wände aus der Klamm heraus, insgesamt 130 Hm im Schwierigkeitsgrad C/D und einige D-Stellen warteten auf uns. Zwischendurch noch zwei Seilbrücken runden das Angebot ab. Der Fels war trotz des Regens gestern trocken und gut zu klettern.

Oben ging es auf einem Wanderweg zur Silberkarklamm-Hütte, wo wir uns mit Getränken stärkten.

Der zweite Klettersteig an diesem Tag („Siega“) ist laut Topo weniger schwierig (C/D), aber nach unserer übereinstimmenden Meinung trotzdem um nichts einfacher. Zwei lange Wände sind durchgängig C/D und bieten wenig Möglichkeiten für Rastpausen, sodass wir sie jeweils in einem Zug durchkletterten. Aber die Aussicht auf den Talkessel oberhalb der Silberkarklamm war herrlich. Bei Abstieg zur Hütte warteten noch zwei versicherte A/B-Stellen auf uns. Nach einer ausgiebigen Mittagspause gingen wir durch die Klamm zurück zum Ausgangspunkt.

Am Donnerstag fuhren wir mit der Seilbahn auf den Dachstein (also präziser: auf den Hunerkogel). Von dort stiegen wir – umgeben von zahlreichen Touristen – ein Stück ab, danach ging es kurz über das obere Ende des Schladminger Gletschers Richtung Austria­scharte. Nachdem wir andere Kletterer lange bei der Suche nach einem Übergang vom Fels zum Eis beobachtet hatten, wählten wir einen anderen Weg: über das untere Stück des Koppenkarstein-Westgrat-Klettersteiges stiegen wir Richtung Austria-Scharte auf und kurz vor der Seilbrücke zum Rosmarie-Stollen ab. Der Rosmarie-Stollen führt auf die Südseite des Koppenkarsteins, dort ging es auf einem in den Felsen gesprengten Weg bis zum Sattel oberhalb des Edelgries-Gletschers. Der Gletscher ist de facto nicht mehr vorhanden, nur noch ein von Schutt bedeckter Toteis-Körper. Der Abstieg dorthin war schwierig, es sind zwar einige Sicherungs-Seile vorhanden, aber der Felsen ist glatt, steil, teilweise weglos. Auf der Gegenseite führte uns ein kurzer Aufstieg zu einem Sattel, auf dem wir eine kurze Rast hielten. Nach einem kurzen, steilen Aufstieg erreichten wir unser eigentliches Ziel, den Irg2-Klettersteig (C/D) auf den großen Koppenkarstein. Der Fels ist hier hervorragend, die schwierigsten Stellen sind mit Eisen gesichert und es gibt auch mehrere Rastmöglichkeiten. Außerdem gibt es genau zwei C/D-Stellen, der Rest ist überwiegend C, teilweise einfacher. Nach knapp 1 ½ Stunden hatten wir die 180 Hm durchklettert und freuten uns über die Aussicht vom Großen Koppenkarstein. Nach einer kurzen Gipfelpause ging es über den Koppenkar-Westgrat-Klettersteig (B/C) entlang des Grates bergab. Insgesamt 320 Höhenmeter, mit toller Aussicht auf die Dachstein-Gletscher und die Ramsau ging es zurück zur Austria-Scharte (Seilbrücke) und hinunter Richtung Hunerscharte. Nach einem kurzen Aufstieg zur Bergstation der Dachstein-Seilbahn fuhren wir mit dieser hinunter und ließen den Tag in der Türlwandhütte noch einmal vor unserem geistigen Auge ablaufen.

Am Freitag bestieg ein Teil der Gruppe – mit einem Bergführer – den hohen Dachstein, während der Rest einen ruhigen Tag mit einer Wanderung zu mehreren Almhütten (Walcheralm, Austriahütte) auf den Brandriedel (1725 m) verbrachte.

Für den letzten Tag (ja, es war schon Samstag) wechselten wir auf die gegenüber­liegende (Schladminger) Seite: wir fuhren mit dem Preunegg-Jet auf die Reiteralm und von dort gingen wir Richtung Rippetegg. Leider nieselte es leicht – damit war unklar, ob wir den Franzi-Klettersteig begehen konnten, bei Nässe wollten wir es lieber sein lassen. Aber das Glück war uns hold: der leichte Regen hörte auf und der Klettersteig war trocken. Nachdem wir beim Anseilplatz ein paar Ziegen vertrieben hatten, ging es los. Der Steig ist im unteren Teil A/B bzw. B – nach einer Woche Übung fiel uns das sehr leicht. Oben kamen einige C/D-Stellen, da diese aber von leichteren Stellen unter­brochen waren konnten wir es richtig „genießen“. Die Aussicht auf die kleinen Seen und ins Ennstal rundeten den Genuss ab. Nach 200 Hm war Schluss, wir erreichten den Kammweg zum Rippetegg (2126 m), unserem heutigen Ziel. Der Gipfel war ziemlich überfüllt – offenbar ein beliebtes, weil über den Kammweg leicht von der Bergstation erreichbares, Ausflugsziel. Nicht jeder nimmt – so wie wir – den Umweg über den Klettersteig. Nachdem es gerade so schön war, beschlossen einige von uns noch den gegenüber liegenden Pichler Schober (2133 m) mitzunehmen – 200 Meter Ab- und anschließend Aufstieg: der Weg hinauf und hinunter war zwar kein Klettersteig, aber ziemlich ausgesetzt und steil. Die Gruppe traf sich beim Ausgangspunkt in der Gassel­höhehütte, wo wir auf eine unfallfreie und schöne Woche anstießen. Das Wetter war uns hold gewesen, wir konnten bis auf einen Regentag alle geplanten Touren / Klettersteige begehen.

Beim Abendessen wurde schon über mögliche Ziele für 2027 nachgedacht. Aber die Ramsau und die Dachstein Südseite sind – was die Anzahl und Vielfalt der Steige angeht – in Österreich nur schwer zu überbieten.

 

Rückfragen: Robert Seifert